Mein Partner belächelt ein wenig meine derzeitige Begeisterung für das IPad. Nun ja, zum Teil muß ich ihm auch ein wenig Recht geben, meine Aufenthaltszeiten im Appstore werden allerdings zunehmend weniger. Jedoch nehmen die Möglichkeiten, in denen ich mein IPad einer sinnvollen Nutzung unterziehen kann, rapide zu. Ich sollte und bin aber auch so ehrlich sein und füge hinzu, das man dazu auch nochmals etwa 100 Euronen im Appstore investieren muß.
Ich möchte euch heute ein wenig davon berichten, wie ich das IPad effektiv als Adminwerkzeug bzw. grundsätzlich als Werkzeug nutzen kann. Hierzu sollte man von vorne herein wissen, das nicht alles was beliebt und häufig im Appstore genutzt wird, auch wirklich sinnvoll genutzt werden kann. Gott sei Dank gibt es eine Menge von Applikationen, die es sowohl in der Free Version als auch in der Pro Version gibt. So hat man die Gelegenheit mal “rein zuschnuppern”. Bei anderen Programme muß man halt nach dem Prinzip “try & error” sein Glück versuchen. Was allerdings die angestrebte Grenze der 100 Euro leicht überschreiten lässt.
Pages und Numbers
Diese beiden Apps (eigentlich sag ich lieber Applikationen oder Programme, den dieser Abkürzungwahn der scheinbar seinen Ursprung im deutschen Militär hatte, findet auch hier Anwendung) sind eigentlich ein absolutes Muß für jeden IPad Besitzer. Sie sind die klassischen Werkzeuge in der Sparte Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Mit ihren funktionalen Möglichkeiten bieten Sie schon einiges an und lassen eigentlich kaum einen Wunsch in dieser Programmsparte offen. Die Handhabung und Nutzung ist für mich als leidenschaftlicher Linuxjünger ungewohnt durchdacht und leicht intuitiv erlernbar. In diesen Dingen ist das Apfeluniversum schon immer stark gewesen und auch bei der Software und ihrer Nutzung setzt man seitens Apple wieder entscheidende Akzente.
Dropbox
Eines der eigentlichen Probleme in der Handhabung eines mobilen Gerätes wie dem IPad, ist die Tatsache das man übliche Möglichkeiten und Schnittstellen zum Austausch von Daten relativ vergebens sucht. Die mittlerweile standardisierte USB Schnittstelle fehlt gänzlich und man stellt sehr schnell fest, das man ohne Onlineanbindung keine Daten austauschen kann (na ja, werden alle Kritiker aufschreien, per Bluetooth geht das schon, aber wer macht das wirklich?). Und wenn man dann einen Zugang zum Internet oder Intranet hergestellt hat, stellt sich die nächste Frage: Wie?
Nun, ich habe mich für Dropbox entschieden, einen Client für einen Cloudspace (Festplattenspeicher im Internet). Die frei angebotenen 2GB reichen meinen Bedürfnissen vorerst mehr als aus und für relativ viele andere Betriebssysteme wird Dropbox ebenfalls angeboten. So ist eine Integraton von Dropbox unter Windows (mein Brötchengeber nutzt Windows ausschließlich als Desktopvariante) als auch unter Linux (mein Notebook läuft derzeit mit ubuntu 10.04) ganz einfach und kostenfrei zu gestalten. Somit ist Dropbox für mich zumindest einer meiner wichtigsten Schnittstellen aus dem Apfeluniversum geworden.
IBook
Zum Reinen Lesen von PDF Dokumenten bzw. ebooks ist IBook wohl eine der sehr guten Alternativen. Angenehme Darstellung und intuitive Benutzung erfreuen den User ebenso wie die kostenfreie Zuverfügungstellung im Appstore. Der geneigte Leser könnte allerdings nun zu der Annahme gelangen, das ebooks ja wohl ausschließlich für den Bereich Romane und Freizeitliteratur genutzt werden. Diesem Satz möchte ich eigentlich unterstreichen, allerdings das Wort “ausschließlich” entfernen. Im Bereich der Fachliteratur (zumindest im Bereich der EDV) setzten mittlerweile viele Autoren auf das Zusatzangebot und bieten ihre Literatur sowohl als Buch im herkömmlichen Sinne als auch als ebook an. In einigen Fällen konnte ich sogar schon sehen, das manche Autoren ihre Werke ausschließlich (nun verwende ich das Wort ausschließlich wieder gerne) im ebook Format anbieten. Ein herkömmliches Buch ist von diesen Werken NICHT mehr erhältlich!
Was wiederum für die Nutzung der Software IBook spricht.
Safari, Mail, Kontakte und Kalender
Diese vier Applikationen gehören zur Standardausstattung des IPad und können durchaus als unersetzliche Helferlein angesehen werden. In meinem Fall, ich setze gerne Online Applikationen von Google ein, ist Safari als Browser vollkommen ausreichend. Der Kalender hat an eine Anbindung an meinen Googlekalender (auch mit mehreren Kalender möglich!) und ist somit auch eine Anwendung, die ich täglich im Gebrauch habe. Einzig die App Mail nutze ich sehr selten. Das liegt aber wohl eher in der Tatsache beherbergt, das ich mein Google Postfach intensiv nutze und somit hier auch die Alternative GinBox wechsle. Für einen normalen Emailclient ist aber Mail vollkommen ausreichend. Insofern gehören diese Standardprogramme zu denen, die ich täglich in Verwendung habe. Mit Kontake habe ich wiederum Zugriff auf meine bereits in Google gepflegte Kontakteliste und kann diese somit wunderbar erweitern bzw. nutzen.
iMailG HD
Wie ich bereits sagte, verwende ich eher diesen Mailclient, da er die Möglichkeiten der Bedienung und die Funktionalitäten des Google Postfach besser unterstützt. Die Verwendung von Ordner und deren Zuordnung ist in iMailG integriert und bietet mir die Möglichkeit die Flut der täglichen Emails zu bändigen und die Informationen strukturiert abzulegen. Des Weiteren bietet die Applikation Zugriff zu vielen der anderen Möglichkeiten, die seitens Google im Internet angeboten werden. Wobei die Darstellung. des Kalenders nicht so schön ist, was mich zur Verwendung der Kalender App geführt hat. Aber als Mailclient hat iMailG in meinem Augen und unter Zugrundelegung meiner Bedürfnisse durchaus seine Berechtigung gefunden.
Evernote
Eigentlich hatte ich, bevor ich diese Software fand keinen eigentlichen Bedarf an Evernote. Als ich jedoch diese Applikation auf dem IPad eines Kollegen sah und dessen Nutzung, wurde mir klar das dies hervorragend zu meinen Tätigkeiten passen würde. Evernote ist eine Sammlung von Notizen in digitaler Form. Interessante Webseiten, Schnipsel aus Programmcode, einzelne Seiten aus einem Dokument oder aus Textpassagen können hier in einer Art digitalen Ablagemappe mitgeführt werden. Clients für Windows sind kostenfrei erhältlich und unter Linux lässt sich dieser Windowsclient auch recht einfach unter Zuhilfenahme von Wine einrichten. Evernote bietet einen selbst verwalteten Cloudspace an, der jedoch nur den Transfer von 60 MB pro Monat erlaubt. Wie in vielen anderen Fällen kann man aber auch hier durch kostenpflichtige Abos diesen Rahmen erweitern. Ich jedoch komme mit dem Free Angebot hervorragend zu recht.
WriteRoom
Eigene Notizen, Besprechungsprotokolle oder einfache Texte festhalten, das ist die Stärke von WriteRoom. Mein Tool um Besprechungsergebnisse zu dokumentieren, Ziele und Berichte zu formulieren oder um Aussagen und Fragen festzuhalten. Eine integrierte Backuplösung via Dropbox sichert mir den Bestand meiner Erkenntnisse.
Textatic
Zum Einen ein sehr schönes Programm um Sourcecode mit farblicher Hinterlegung darzustellen. Kann doch das Tool einige der wichtigsten Programmiersprachen. Zum Anderen eine sehr schöne Anbindung an externe Systeme via FTP oder SFTP (was letztendlich eine ssh Verbindung ist). Damit kann ich mir jegliche Textdateien (php, html, javascript, usw.) von meinem Server ziehen – ändern und wieder hochladen. Sehr effektvoll und brauchbar.
Todo
Diese Anwendung stellt alle Todos (neudeutsch für Aufgaben) sehr schön im Stil eines Filofax dar. Aufgaben auf Termine legen, wiederkehrende Aufgaben, Projekte mit Aufgaben, das sind Stärken von Todo. Übersichtliche Anordnung und eine intuitive Bedienung runden das Bild ab und machten mir die Anschaffung der Software argumentativ leichter.
ssh Term Pro
Es mag dem geneigten User oft so erscheinen, das Apple nichts anderes im Sinn hat, als ihr eigenes Betriebssystem gänzlich nach außen abzuschotten. Dennoch sind Administrationswerkzeuge zu finden. ssh Term Pro ermöglicht mir einen uneingeschränkten Zugriff auf meine Server und baut eine stabile ssh Verbindung auf. Somit steht einer Steuerung mehreren Server unabhängig von deren Systemen nichts im Wege.
JAM!
Selbst zur Steuerung und Administration von Joomla Systemen finden sich Applikationen im AppStore. Mit JAM! kann man direkt ins Backend mehrerer Joomla Systeme zugreifen. Im Grunde ginge das auch über den Browser Safari, jedoch etwas eleganter über JAM!.
